Selbstschutz ist die Bezeichnung für Vorsorge und Eigenhilfe jedes Einzelnen. Selbstschutz ist jener Teil des Zivilschutzes, zu dem jeder seinen Beitrag leisten soll.
Niemand denkt gerne an die Möglichkeit, einen Unfall zu erleiden. Niemand möchte von den Auswirkungen einer Katastrophe betroffen sein. Jeder weiß aber, dass solche Ereignisse nicht auszuschließen sind.
Der Schutz des Menschen ist in unserem demokratischen Gemeinwesen ein vorrangiges Ziel der staatlichen Politik. Mit dem Zivilschutz will der Staat seine Bürger in Notsituationen vor drohenden Gefahren vielfältiger Art schützen. Unterstützt wird er dabei von den Hilfs- und Rettungsorganisationen. Alle Bemühungen können jedoch nicht verhindern, dass eine gewisse Zeit vergeht, bis Arzt und andere Helfer, wenn sie gerufen werden, am Ort des Geschehens eintreffen.
Dazu kommt, dass es eine Reihe von Situationen gibt, die diese Helfer zusätzlich aufhalten und eine einsetzende Hilfeleistung verzögern können, wie:
- größere Entfernung;
- schlechte Witterung (Nebel, Schnee, Glatteis);
- Ampelanlagen, Bahnschranken, Umleitungen, Absperrungen, Verkehrsstau;
- Einsatzfahrzeuge kommen nur erschwert an den Unfallort (z.B. Massenkarambolage);
- die Helfer sind selbst von der Katastrophe betroffen (z.B. bei Hochwasser, Erdrutsch) und damit an der Ausfahrt behindert
- im Katastrophenfall kann nicht überall gleichzeitig Hilfe geleistet werden.
Das sind einige Beispiele, die daran erinnern sollen, dass die Menschen in einer Notsituation zunächst immer auf sich selbst gestellt sind.
Ein Krankheitsfall in der Familie, ein Verkehrsunfall, ein Unfall am Arbeitsplatz, in der Freizeit, ein Brand in der Küche oder Großereignisse, wie Hochwasser und andere Katastrophen – das alles sind Situationen, die rasches, richtiges Helfen und Zupacken von jedem von uns verlangen. Der Wille zum Selbstschutz allein genügt nicht!
Selbstschutz verlangt entsprechende Kenntnisse und materielle Vorsorge. Es nützt wenig, wenn jemand über richtige Brandbekämpfung Bescheid weiß, wenn er keinen Handfeuerlöscher oder ein anderes taugliches Gerät zur Hand hat. Es ist andererseits in einem Notfall zu spät, die Gebrauchsanweisung eines vorhandenen Löschers zu studieren. Selbstschutz bedeutet VORBEREITET SEIN UND HELFEN KÖNNEN.
- Kenntnisse über Erste Hilfe oder zumindest über lebensrettende Sofortmaßnahmen;
- Kenntnisse über Brandbekämpfung;
- Kenntnisse der Warn- und Alarmsignale;
- ein Vorrat mit allen notwendigen Gütern des täglichen Bedarfs;
- Hausapotheke, Dokumentenmappe, Notgepäck;
- Löschgeräte, kriminalpolizeiliche Beratung, usw.
Niemand kann ausschließen, dass er in eine Situation gerät, in der er zunächst auf sich allein gestellt ist. Niemand kann ausschließen, dass er in einem Notfall auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Er kann diese Hilfe nur erwarten, wenn er selbst bereit ist, anderen zu helfen. Den Vorteil unmittelbar am Ort des Geschehens zu sein, gibt es nur im Selbstschutz. Selbstschutz hat keine Vorlaufzeit!